Übergangener Erbe

Übergangener Erbe – Wie Sie sich Ihren gesetzlichen Erbteil vor Gericht sichern können

Ein übergangener Pflichtteilsberechtigter ist dazu befugt, ein Testament anzufechten und es so gleichsam unwirksam zu machen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der Erblasser in seinem Testament einen vorhandenen Pflichtteilsberechtigten übergangen hat, da ihm zu dem Zeitpunkt als das Testament von ihm aufgesetzt wurde, der Pflichtteilsberechtigte unbekannt war oder dieser erst nach Aufsetzung des Testaments geboren wurde.

Das verkündete Ziel seitens des Gesetzgebers war es, mit der Anfechtung sonstige Pflichtteilsberechtigte, darunter vor allem Kinder des Erblassers, zu schützen. Des Weiteren spreche nach Meinung des Gesetzgebers viel dafür, dass der Erblasser zum Zeitpunkt seiner Testamentsaufsetzung wohl auch seine Kinder bedacht hätte, sofern er von deren Existenz gewusst hätte. Die übergangene Erben sollen für diesen Fall gesetzlich in der Lage sein, das Testament rechtswirksam anzufechten, um sich so zumindest ihren gesetzlichen Erbteil sichern zu können.

Unter übergangene Erben versteht man im gesetzlichen Sinne dabei jene Pflichtteilsberechtigte, die weder als Erben im Testament vermerkt sind, noch ausdrücklich enterbt worden sind, noch vom Erblasser in seinem Vermächtnis bedacht wurden. Sofern der Pflichtteilsberechtigte jedoch vom Erblasser bewusst im Testament nicht bedacht wurde, d.h. von ihm enterbt wurde, besteht keine Möglichkeit der Anfechtung des Testaments. Ein Pflichtteilsberechtigter hat somit keine Grundlage für eine Anfechtung, sofern er im Testament erst gar nicht erwähnt wurde. Vielmehr muss der Pflichtteilsberechtigte unbewusst vom Erblasser übergangen worden sein, um eine Anfechtung des Testaments vor Gericht zu rechtfertigen.

Ein Erbe hingegen, der an Stelle des Pflichtteilsberechtigten im Testament eingesetzt wurde, muss auch gegebenenfalls vor Gericht nachweisen, dass der Erblasser, auch wenn er von der Existenz des Pflichtteilsberechtigten gewusst hätte, sein Testament genauso aufgesetzt hätte, wie es dem Gericht vorliegt. Übergangene Erben haben gestützt auf den Anfechtungsgrund eines Testamentes ein Jahr Zeit eine Anfechtung zu erklären. Das Testament wird dann rückwirkend für unwirksam erklärt und stattdessen tritt sodann die gesetzliche Erbfolge in Kraft.

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