Testamentregister in Österreich

Was ist das Testamentregister und warum ist dieses wichtig? Info, Kosten

Über mehrere Jahre pflegen und betreuen Angehörige ihren Verwandten. Nach Ableben des zu Pflegenden steht ein Verlassenschaftsverfahren an. Die Verwandtschaft weiß, dass zu ihren Gunsten ein Testament (auch als letztwillige Verfügung oder Vermächtnis bezeichnet) niedergelegt worden ist, der Gerichtskommissär jedoch weiß von dieser Verfügung nichts. Sie lässt sich auch nicht auffinden.

Die Folge dieses Umstands ist, dass die Aufteilung des gesamten Vermögens, auf viele, in der ganzen Welt verstreute, Verwandte eintritt. Die pflegenden Familienangehörige haben dann das finanzielle Nachsehen. Dieses Fallbeispiel ist in der Praxis kein seltenes.

Umsorgten nicht mehr auffinden lässt. Und über die Existenz eines Dokuments über die letztwillige Verfügung weiß keine Person Bescheid. Um dies zu vermeiden, errichtete die österreichische Rechtsanwaltschaft nun ein nationales Testamentregister. Eine elektronische Datenbank. In dieser können Vermächtnisse und letztwillige Verfügungen registriert werden. Hierbei wird lediglich ein Vermerk über die Existenz einer letztwilligen Verfügung hinterlegt und über den Aufbewahrungsort des Dokuments.

Fazit:

Beim österreichischen Testamentregister handelt es sich um eine elektronische Datenbank zur Registrierung von Testamenten.

Es ist eine Absicherung, um im Todesfall des Testators, sicherzustellen, dass das Dokument der letztwilligen Verfügung vom Gerichtskommissär gefunden werden kann. Verlassenschaftsgericht oder auch Gerichtskommissär sind dazu verpflichtet das nationale Testamentregister nach einer eventuell vorliegenden Registrierung einer letztwilligen Verfügung der verstorbenen Person zu durchsuchen.

Über einen österreichischen Anwalt und gegen ein geringes Entgelt ist es jedem möglich sein bestehendes Testament oder Vermächtnis im Testamentregister zu registrieren. Hierbei wird, wie bereits erwähnt, ausschließlich ein Vermerk über den Verwahrungsort der letztwilligen Verfügung angegeben. Es ist dem Zweck dienlich die letztwillige Verfügung auch bei einem Anwalt hinterlegen zu lassen

So kann das Dokument, im Falle des Ablebens des Testamentauftraggebers, unmittelbar dem Verlassenschaftsgericht ausgehändigt werden. Das ist ratsam, jedoch nicht notwendig, so lange über alle anderen Aufbewahrungsorte der Zugriff im Verlassenschaftsverfahren geregelt ist. Insbesondere im Erbrecht und des Verlassenschaftsverfahrens fungieren Rechtsanwälte als erfahrene Berater. Im Fall einer Nachregistrierung ist es daher ratsam die rechtliche Prüfung oder auch Neuauflage eines bereits bestehenden Testaments vorzunehmen.

Nebenbei bemerkt, ist es jederzeit möglich ein bereits bestehendes Testament abzuändern oder aufzuheben. Der österreichischen Rechtsanwaltschaft ist es, mit dem nationalen Testamentsregister, gelungen, Rechtssicherheit einen weiteren Schritt voranzubringen.

Welche Kosten entstehen für die Nutzung des Testamentregisters in Österrreich?

Kosten beim Notar:

Der Notar erhebt eine einmalige Gebühr für das Beraten, Errichten, die Hinterlegung und Registrierung eines einfachen Testament Dokuments im Zentralen Testamentsregister der österreichischen Notariatskammer.

Abhängig ist diese vom damit verbundenen, jeweiligen Aufwand. Die Bearbeitungsgebühr eines einfachen Testaments liegt hierbei zwischen 200 Euro und 300 Euro. Laufende Gebühren für die Hinterlegungsdauer fallen nicht an. In komplizierteren Testamentsfällen, in denen vorher eingehende Besprechungen notwendig sind, ist es ratsam die Kosten vorher in Erfahrung zu bringen. Wird das Testament ohne Rechtsberatung eigens verfasst können Kosten von 100 Euro zuzüglich Umsatzsteuer und Barauslagen anfallen. In diesem Falle sollte das selbst verfasste Testament von einem Notar begutachtet und mit ihm besprochen werden.

Kosten beim Rechtsanwalt:

Das Honorar für diese Rechtsanwaltsleistungen kann frei vereinbart werden. Die Gebühr für die Registrierung des Dokuments im Testamentsregister der österreichischen Rechtsanwälte erfolgt einmalig. Fortlaufende Gebühren für die Hinterlegungsdauer fallen nicht an.

Testament erstellen lassen:

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