Testament Anfechtung

Testament Anfechtung – Berechtigte Personen, Fristen, Gründe, Demenz, Kosten

Was ist zu beachten bei der Testament Anfechtung in Österreich?

Im Folgenden wird erläutert, was bei der Testament Anfechtung in Österreich zu beachten ist. Hier sind alle Informationen enthalten, wenn ein Testament betritten wird. Dazu gehört zum Beispiel, wann die Testament Anfechtung unwirksam ist, oder wann es überhaupt sinnvoll ist ein Testament in Frage zu stellen. Sofern jemand nicht mit dem letzten Willen des Verstorbenen einverstanden ist, besteht zum Beispiel die Möglichkeit das Testament anzufechten. Gegen ein Testament Einspruch zu erheben ist aber nur möglich, wenn bestimmte Gründe vorhanden sind.

Testament Anfechtung – Wann und wie?

Es gibt immer mehr Menschen, die den Hinterbliebenen (Familie oder Freunde) etwas hinterlassen möchten. Dafür wird dann ein Testament erstellt. Somit soll verhindert werden, dass sich die Erbberechtigten um die Aufteilung des Erbes von dem Verstorbenen streiten. Alle, die erbberechtigt sind und nicht mit dem Testament einverstanden sind, haben die Möglichkeit dieses dann anzufechten. Somit können sie versuchen ihre eigenen Ansprüche durchzusetzen.

Welche Personen dürfen ein Testament anfechten?

Es dürfen alle ein Testament anfechten, bei denen es unmittelbar zu Vorteilen führt, wenn das Testament aufgehoben wird insbesondere:

  • Alle Erben nach dem Gesetz, inklusive aller Ersatzerben und Vorerben, wenn diese eine Einsetzung von Nacherben verhindern wollen.
  • Ebenso kann ein Testament angefochten werden, wenn sich die Erben gegen Anordnungen oder Auflagen, die in dem Testament enthalten sind, zur Wehr setzen wollen.

Welche Fristen sind bei einer Testamentsanfechtung in Österreich zu beachten?

Gesetzlich ist es in Österreich festgelegt, dass ein Testament innerhalb von 3 Jahren angefochten werden muss. Diese Frist beginnt sobald der Erbberechtigte von den Inhalten des Testaments und deren Ansprüche in Kenntnis gesetzt worden ist.

Welche Gründe gibt es für eine Testamentsanfechtung?

Alle die den letzten Willen eines Verstorbenen in Form eines Testaments anfechten möchten, sollten wissen, in welchem Fall es sinnvoll ist, dies auch wirklich in die Tat umzusetzen. Weiterhin ist es wichtig die Testament Anfechtung Gründe zu kennen.

1. Anfechten bei Inhaltsirrtum:

Es sollte ein Testament angefochten werden, wenn sich der Verfasser verschrieben hat. Aber auch der vorhandene Irrtum eines Umstandes ist ein Grund dass der Erbberechtigte ein Testament anfechten kann. Beispielhaft kann hier die Unkenntnis über den rechtlich bindenden Unterschied zwischen Vor- und Nacherbschaftsberechtigung genannt werden.

2. Anfechten, wenn Berechtigter erbunwürdig ist

Eine Person ist erbunwürdig, wenn zum Beispiel eine arglistige Täuschung vorlag oder diese Person gemordet hat oder versucht hat einen Mord zu begehen um an das Erbe zu kommen. Aber auch jemand der den Verstorben bis zu seinem Tod in einen Zustand versetzt hat, in dem es ihm nicht mehr möglich war das Testament anzupassen, aufzuheben oder gar zu verfassen.

3. Anfechten, wenn Pflichtteilberechtigung nicht berücksichtigt wird

Alle Nachkommen eines Verstorbenen auch Erblassers genannt haben Anspruch auf einen Pflichtteil des gesamten Erbes nach österreichischem Erbrecht. Sollte einer dieser Nachkommen (Pflichtteilberechtigter) im Testament nicht vorkommen, also nicht berücksichtigt werden, besteht die Möglichkeit, dass dieser das Testament anfechtet um den Anteil vom Erbe zu erhalten, der ihm gesetzlich zusteht.

4. Anfechten, wenn Pflichtteilberechtiger wegen Unkenntnis übergangen wird

Bei der Erstellung eines Testamentes kann es auch vorkommen, dass der Erblasser die Existenz von nicht allen Erbteilberechtigten kennt. Daher bleibt einer der Berechtigten dann im Testament unberücksichtigt. Hierbei ist eine Anfechtung nicht sehr sinnvoll, da die Chancen auf Erfolg sehr gering sind, wenn Folgendes aufgetreten ist. Es kann dann zum Beispiel vermutet oder belegt werden, dass der Erblasser sein Testament auch mit dem Wissen über die Existenz des Erbteilberechtigten genauso verfasst hätte.

5. Anfechten des Testaments aufgrund von Drohung

Wurde ein Testament vom Erblasser nur aufgrund von Drohungen in einer bestimmten Form verfasst, kann das Testament angefochten werden. Ein Beispiel hierzu ist, wenn eine Tochter damit droht ihre Hilfe- und Pflegeleistungen einzustellen, wenn sie nicht im Testament als Alleinerbin aufgeführt ist.

Wurde ein Testament auf solchem Wege erstellt, erfolgt vom Erblassgericht normalerweise eine Erklärung über die Ungültigkeit des letzten Willens. Der Grund liegt hier darin, dass es nicht mehr den freien Willen des Verstorbenen ausdrückt. Schließlich entstand das Schriftstück in Angst und einer ausgelieferten Situation.

6. Erben, die unberechtigt sind

Es gibt auch Sonderfälle bei den Testamenten. Hierbei handelt es sich zum Beispiel, wenn eine Krankenschwester oder ein Altenpfleger als Erben benannt werden. Ist dies geschehen, wird von einer unrechtmäßigen Vorteilsnahme durch ein Verhältnis in Abhängigkeit ausgegangen. Das heißt, dass diese Personen unberechtigt sind.

Demenz und Testierfähigkeit – Anfechten eines Testaments bei Demenz

Durch die Demenz Erkrankung verlieren viele Menschen kognitive, emotionale oder soziale Fähigkeiten. Oftmals bleibt die Krankheit unbemerkt und die Symptome sind nicht zu erkennen, da man Sie dem “normalen Altern” zuschreibt. Werden diese Anzeichen aber stetig schlimmer spricht man von Demenz und somit sind die leidtragenden Personen auch nicht mehr in der Lage Rechtsgeschäfte nachzuvollziehen. Das heisst, dass die Personen kein Testament mehr erstellen darf.

Gerade bei Demenz sind die Chancen, dass eine Testierunfähigkeit der Person festgestellt wird und somit das Testament anfechtbar ist, sehr hoch.

Tipp:

Um mehr über die Testierunfähigkeit zu erfahren, fragen Sie einen kompetenten Anwalt vor Ort in Wien, Niederösterreich, Salzburg oder anderen österreichischen Bundesländern.

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Welche Kosten können bei einer Anfechtung entstehen?

Sie spielen mit dem Gedanken ein Testament anzufechten? Die Kosten für eine Rechtsberatung bei einem Anwalt für Erbrecht sind in Österreich sehr unterschiedlich. Einige Anwälte bieten allerdings auch kostenlose Erstgespräche. Um die Chancen für die Anfechtung eines Tesaments besser einschätzen zu können raten wir einen Rechtsanwalt für Erbrecht aufzusuchen uns sich in einem Erstgespräch informieren zu lassen.

Tipp:

Die Testamentsanfechtung ist ein komplexes Thema, bei dem man viel falsch machen kann. Fragen Sie sicherheitshalber einen Anwalt in Ihrer Region.

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